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Mein Blog

Unser erster Kurs in Spanien liegt hinter uns. Und es ist kaum möglich in Worte zu fassen was wir/ich erlebt haben. Die Finca Canada del Robledo mit Ihrer Araber Zucht auf 270 Hektar Land ist ein ganz spezieller Ort. Ich kannte die Finca ja noch nicht. Habe aber gespürt das ich dort hin muss.

 

Wir haben meiner Meinung nach eine etwas verzerrte Wahrnehmung von Natürlichkeit in der Pferdehaltung. Und ich habe bis jetzt erlebt das es nur ein entweder - oder gibt. Entweder die Pferde leben wirklich völlig unberührt vom Menschen (was auch nicht immer unproblematisch ist) oder sie sind domestiziert. Was bedeutet dass eine artgerechte Haltung in Wahrheit eine Illusion ist. Und jetzt habe ich einen Ort gefunden der Beides zusammen führt. Und ich bin zutiefst beeindruckt.

 

Doch es ist durchaus auch rau und der Traum vom perfekt gestriegelten Pferd in der freien Natur wird von einem erdigen Gelächter einer waschechten Hexe in Märchenland verbannt. Jedenfalls kommt es mir so vor das ich immer wieder eine alte weise Frau wild lachen höre dort ;-)

Es ist ein lebendiges System. Und das macht es so magisch. Die Pferde sind in eine Stutenherde und eine Hengst-Wallach Herde unterteilt. Es gibt den Hengstberg und den Stutenberg. Die Tiere wandern innerhalb von 24 Stunden auf dem Gelände der Finca. Zu einer bestimmten Uhrzeit stehen sie vor den Toren der Finca und werden tagtäglich sortiert. Manche bekommen spezielles Futter, Jährlinge bekommen Schulungen damit sie halfterführig werden, ältere Pferde bekommen spezielle Betreuung usw. Und je nach Jahreszeit ändern sich die Gänge der Pferde und auch die Betreuung.

 

Und man glaube nicht das hier nur die raue Natur das Leben der Pferde bestimmt und die Geier sie fressen wenn sie sich verletzen ;-). Beim Cranio Sacral Kurs für Pferde im Juli wurden mehr als 26 Pferde behandelt. Darunter ein Fohlen das man schon fast aufgegeben hatte nachdem es sich verletzt hatte. Und gleichzeitig weiß Ulrike, die Finca Besitzerin, wann Ihre alten Stuten sterben gehen. Ja, sie gehen sterben. Irgendwo auf dem Gelände der 270 Hektar Land. Und wenn die Geier kreisen dann weiß man wo ungefähr der Kadaver liegt. Also es gibt Geier und es gibt auch die Geierschlucht, wo Skelette von toten Tieren liegen.

Es ist der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen spürbar auf diesem Stück Land. Aber auch das Bemühen des Menschen, diesem Kreislauf so gut als möglich zu dienen. Nichts wird ausgegrenzt. Aber abgespaltenes, dogmatisches eingreifen von Menschen in diesen Kreislauf wird abgelehnt. Hier dient der Mensch so gut er kann dem Schöpfungsgedanken und muss sein Ego immer wieder hinten anstellen.

 

Die Pferde sind alle unglaublich trittsicher und gut gearbeitet. Und sie sind gerade im Kopf. Bei meinem ersten Ausritt bevor die Gruppe eintraf, hieß es dann irgendwann "und jetzt einen Gallopp?". Wir waren 10 Reiter und Pferde. Ich bekundetet meine Bedenken da ich keinen Bock auf durchgehende Pferde hatte. Gut, Fakt ist. Wenn der Reiter einigermaßen reiten kann (also das braucht es schon) dann sind diese Pferde die Ruhe in Person, aber mit Pfeffer im Hintern. Wir galoppierten Alle auf einem breiten, lang gezogenen Wiesenstück nebeneinander. Das werde ich nie vergessen. Keinerlei Anstalten von auch nur einem Pferd den Kopf zu verlieren und los zu rennen. Es war ein unvergesslicher Moment für mich, worauf ich beschloss Ausritte in meinen Kurs zu integrieren. Das hatte ich ursprünglich nicht vor. Außerdem kann man Niemandem die Landschaft vorenthalten durch die wir geritten sind. Ein Mondscheinritt war dann für mich der Höhepunkt. Eine weiße Lusitano Stute trug mich sicheren Schrittes in der Nacht durch eine Landschaft wie ich sie noch nie gesehen habe.

Und da ich Mitte Oktober nach Spanien ziehen werde um auf der Finca zu leben und zu arbeiten, könnt Ihr ganzjährig auch eine Woche Einzelunterricht bei mir buchen. Ihr könnt auch zu 2 kommen oder bis zu einer Kleingruppe von 4 Personen geht es auch noch. Desto mehr Personen desto Preiswerter kann ich das Angebot natürlich von der finanziellen Seite gestalten.

 

Und jetzt hier im Anschluss noch ein paar Bilder von wunderbaren Momenten auf der Finca mit den Teilnehmern, den Pferden und dem Team.

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